Postmark vs. SendGrid: Welcher Dienst versendet die E-Mails Ihres Produkts?
Postmark Basic kostet $55 bei 50.000 E-Mails, SendGrid Essentials $19,95. Bei 300.000 kippt es ($245 gegen $249). Streams, Webhooks, IPs, Logs.
Kurzantwort
Bei 50.000 bis 100.000 E-Mails im Monat ist SendGrid der günstigere Dienst: Essentials kostet $19,95 bis $34,95, Postmark Basic bei 50.000 E-Mails dagegen $55. Postmark gewinnt, wenn Sie um die 10.000 E-Mails versenden ($15 gegen $19,95 für den Einstieg bei SendGrid), wenn Transaktions- und Broadcast-Mails getrennte IP-Bereiche haben sollen oder wenn Ihr Support Zustellungen bis zu 45 Tage zurückverfolgen muss. Bei 300.000 E-Mails dreht sich die Reihenfolge: Postmark Basic $245, SendGrid Pro $249. Die Zahlen stammen von den Preisseiten postmarkapp.com/pricing und SendGrid Email API, gelesen am 7. Oktober 2026, in US-Dollar und nicht umgerechnet. SendGrid verkauft die Email API und Marketing Campaigns getrennt; verglichen wird hier die Email API, sofern nichts anderes dasteht.
Preise bei fünf Volumen
| E-Mails pro Monat | Postmark Basic / Pro / Platform | SendGrid Email API | Abstand |
|---|---|---|---|
| 10.000 | $15 / $16,50 / $18 | Essentials ab $19,95 (der Regler hat zwischen 3.000 und 50.000 keine Stufe) | Basic ist $4,95 günstiger |
| 50.000 | $55 / $60,50 / $66 | Essentials $19,95 | Essentials ist $35,05 günstiger als Basic |
| 100.000 | Kein Reglerpunkt (der nächste liegt bei 125.000) | Essentials $34,95 oder Pro $89,95 | Kein gleichwertiger Vergleich |
| 125.000 | $115 / $126,50 / $138 | Pro, zwischen den gelesenen Punkten 100.000 ($89,95) und 300.000 ($249) | Pro bei 125.000 nicht gelesen |
| 300.000 | $245 / $269,50 / $294 | Pro $249 | Der Basic-Wert links liegt $4 unter dem Pro-Wert rechts |
Alle Werte sind Reglerstellungen der beiden Preisseiten vom 7. Oktober 2026. Postmarks Regler hält bei 10.000, 50.000, 125.000 und 300.000 E-Mails sowie bei höheren Stufen; der Regler der SendGrid Email API bietet Essentials für 50.000 bis 100.000 E-Mails und Pro für 100.000 bis 2.500.000, mit Pro bei $89,95 (100.000), $249 (300.000), $499 (700.000), $799 (1.500.000) und $1.099 (2.500.000). Steuern und Überschreitungsgebühren können bei SendGrid laut Preisseite hinzukommen.


Drei Rechenbeispiele
Eine App mit 10.000 E-Mails im Monat. Postmark Basic kostet $15, also 12 × $15 = $180 pro Jahr. SendGrids günstigster bezahlter Email-API-Tarif ist Essentials ab $19,95, das sind $239,40 pro Jahr und $59,40 mehr. Dafür deckt Essentials 50.000 bis 100.000 E-Mails ab, Sie kaufen also viel Luft. Die kostenlosen Einstiege unterscheiden sich stark: Bei SendGrid dürfen Sie 60 Tage lang 100 E-Mails am Tag versenden, höchstens 6.000 insgesamt; Postmarks Gratis-Tarif erlaubt 100 E-Mails im Monat ohne Ablaufdatum und ohne Überschreitung.
Ein Shop mit 50.000 Bestell- und Versandbenachrichtigungen. SendGrid Essentials: 12 × $19,95 = $239,40 pro Jahr. Postmark Basic: 12 × $55 = $660 pro Jahr. Die Differenz rechnet sich so: $660 − $239,40 = $420,60 pro Jahr. Mit Pro ($60,50, also $726 pro Jahr) und Platform ($66, also $792 pro Jahr) wächst er auf $486,60 und $552,60. Was Sie bei Postmark für das Geld bekommen, sind getrennte Ströme, eine längere Protokollhistorie und ab Pro die Verarbeitung eingehender Mails; die Abschnitte unten gehen darauf ein.
Eine Plattform mit 300.000 E-Mails im Monat. SendGrid Pro liegt bei $249 und enthält laut Preisseite eine dedizierte IP, Single Sign-on und bis zu 1.000 Teammitglieder. Postmark verlangt für Basic $245, für Pro $269,50 und für Platform $294. Eine dedizierte IP verkauft Postmark ab $50 pro IP und Monat, aber nur an Kunden mit mindestens 300.000 E-Mails im Monat und nur ab Pro. Die Rechnung mit IP lautet: $269,50 + $50 = $319,50 im Monat, gegenüber $249 für Pro samt IP, ein Unterschied von $70,50 im Monat oder $846 pro Jahr.
SendGrid sind zwei Produkte, Postmark ein Konto mit Strömen
Marketing Campaigns hat bei SendGrid eigene Preise: einen Gratis-Tarif mit bis zu 2.000 Kontakten und 6.000 E-Mails im Monat, danach Basic ab $15 (laut Regler bis 100.000 Kontakte und 300.000 E-Mails) und Advanced ab $60 (bis 200.000 Kontakte und 1.000.000 E-Mails). Advanced bringt Zugang zu dedizierten IPs, 15 statt 5 Anmeldeformulare und 60 statt 10 Credits für E-Mail-Tests. Die Preisseite von Marketing Campaigns ist eine andere Seite als die der Email API, und wer die Preise mischt, liest SendGrid falsch. Für Newsletter an eine Liste ist dieses Produkt gemeint, nicht die Email API.
Postmark löst dieselbe Trennung innerhalb eines Kontos. Laut Seite Message Streams gibt es einen Transaktionsstrom (API-Wert „outbound“) und einen Broadcast-Strom („broadcast“), die über das Feld MessageStream gewählt werden und über getrennte IP-Pools laufen. Der Verkehr beider Ströme vermischt sich laut Postmark nie. Broadcasts brauchen einen Abmeldelink, Transaktionsmails nicht, und für Broadcasts berechnet Postmark keine Zusatzgebühr; sie zählen auf dasselbe monatliche Kontingent. Neue Kunden müssen für Broadcasts eine Freigabe beantragen, denn Postmark prüft Absender nach eigener Aussage einzeln.
Wichtig für alle, die Newsletter planen: Postmark nennt sich selbst ein Produkt für Anwendungs-E-Mails und bietet laut derselben Seite keinen Listen-Upload, keinen WYSIWYG-Editor und kein kampagnenbezogenes Reporting. Ihre Hauptliste und die Abmeldungen pflegen Sie außerhalb von Postmark und gleichen sie über einen Abmelde-Webhook ab. Wenn Sie einen echten Newsletter-Versand mit Editor und Segmenten suchen, ist SendGrid Marketing Campaigns näher dran; wie sich beide Mail-Arten unterscheiden, erklärt unser Beitrag zu Transaktions- und Marketing-Mails.
Webhooks und ihr Schutz
Postmark signiert Webhooks nicht. In der Webhook-Übersicht steht, dass HMAC-Signaturen derzeit nicht unterstützt werden; empfohlen sind HTTP Basic Authentication in der Webhook-URL (https://benutzer:passwort@example.com/webhook) und eine Allowlist der Postmark-IP-Bereiche, dazu eine Prüfung der Nutzlast in Ihrem Handler. Beim Anlegen oder Ändern eines Webhooks testet Postmark jeden aktivierten Ereignistyp und erwartet die Antwort 200. Fällt ein Ereignistyp dauerhaft durch, pausiert Postmark die Zustellung für genau diesen Typ, bis Sie den Endpunkt repariert und neu getestet haben. Als Schutz gegen doppelte Verarbeitung rät die Dokumentation, die MessageID zu speichern und bei einer Wiederholung nichts zu tun; bei einem vorübergehenden Fehler sollte Ihr Endpunkt einen 5xx-Status zurückgeben, denn nur 5xx, 408, 429 und Verbindungsfehler wiederholt Postmark. Jeder andere 4xx-Status gilt als endgültig, und das Ereignis wird verworfen.
Die Preisseite von SendGrid führt „Event Webhook Security“ mit signierten Anfragen oder OAuth-2.0-Autorisierung auf, was Teams entgegenkommt, die eine Signatur einer IP-Liste vorziehen. Die Zahl der Event-Webhooks hängt vom Tarif ab: 1 im Test, 2 bei Essentials und 5 bei Pro. Die Signaturdetails haben wir in der SendGrid-Dokumentation nicht gelesen; lesen Sie sie dort nach, bevor Sie Ihren Empfänger darauf aufbauen.
Protokolle, Aufbewahrung und Teamzugriff
Wenn ein Kunde drei Wochen nach der Bestellung meldet, die Quittung sei nie angekommen, entscheidet die Aufbewahrungsfrist. Postmark speichert Aktivität und Inhalte standardmäßig 45 Tage; ab Pro lässt sich das auf bis zu 365 Tage verlängern, ein Zusatz „Custom activity retention“ beginnt bei $5 im Monat. SendGrid listet durchsuchbare E-Mail-Aktivität für 3 Tage im Test und bei Essentials und für 7 Tage bei Pro, bis zu 30 Tage lassen sich dazukaufen. Bei SendGrid sind es also Tage, bei Postmark Wochen, und das ist für Supportfälle oft der größere Unterschied als der Preis.
Beim Teamzugriff liegt SendGrid vorn: 1 Teammitglied im Test und bei Essentials, bis zu 1.000 bei Pro, dazu Single Sign-on erst ab Pro. Postmark staffelt stattdessen die Absenderdomains: 5 bei Basic, 10 bei Pro und unbegrenzt bei Platform. Eingehende Mails verarbeitet Postmark erst ab Pro; SendGrid führt einen Inbound-Parse-Webhook in der Funktionsliste.
Dedizierte IPs, Prüfwerkzeuge und Datenschutz
SendGrid Pro und Premier enthalten eine dedizierte IP, daneben IP-Pooling, automatisches Aufwärmen der IP, Domain-Authentifizierung mit SPF und eigenem DKIM, Link-Branding, Reverse DNS, Suppression-Verwaltung und ein Dashboard für Zustellbarkeitseinblicke. Pro bringt außerdem 2.500 kostenlose Adressprüfungen mit der Validation API. Postmark verkauft als Zusatz DMARC-Überwachung ab $14 im Monat pro Domain. Zur Zustellbarkeit wirbt Postmark auf seiner Preisseite mit „industry-leading deliverability rates & speed“; einen eigenen Zustelltest haben wir nicht durchgeführt, daher vergleicht diese Seite Preise und Funktionen, keine Posteingangsquoten.
Für Empfänger in der EU zählt die Auftragsverarbeitung. Twilio veröffentlicht eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung; die entsprechende Seite von Postmark (postmarkapp.com/dpa) konnten wir bei der Aufnahme nicht lesen. Auf der Preisseite von SendGrid steht eine Zeile „Data Residency (EU)“, deren Verfügbarkeit je Tarif wir nicht lesen konnten; den Serverstandort von Postmark haben wir nicht gelesen. Lesen Sie beide Unterlagen, bevor Sie personenbezogene Daten übergeben, und besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrer Datenschutzberatung.
Postmark wählen, wenn
- Ihr Volumen bei etwa 10.000 E-Mails liegt und Basic für $15 unter SendGrids Einstieg von $19,95 bleibt;
- Transaktions- und Broadcast-Mails in einem Konto liegen, aber nie denselben IP-Bereich teilen sollen;
- der Support mehr als eine Woche zurückschauen muss: 45 Tage standardmäßig, bis zu 365 Tage ab Pro;
- Sie 300.000 E-Mails oder mehr versenden und Postmark Basic für $245 gegen SendGrid Pro für $249 steht.
SendGrid wählen, wenn
- Sie 50.000 bis 100.000 E-Mails versenden und $19,95 bis $34,95 statt $55 und mehr zahlen wollen;
- Ihr Empfänger Webhooks per Signatur oder OAuth prüfen soll statt per Basic Auth und IP-Liste;
- viele Personen Zugriff brauchen (1.000 bei Pro) oder Single Sign-on gefordert ist;
- Newsletter mit Editor und Anmeldeformularen im selben Haus laufen sollen, über Marketing Campaigns.
Der Wechsel von einem zum anderen
- Absenderdomain zuerst: Richten Sie SPF und DKIM beim neuen Dienst ein, bevor eine einzige produktive Mail den Dienst wechselt.
- Unterdrückungsliste exportieren: Abgemeldete und hart abgewiesene Adressen müssen im neuen Dienst gesperrt sein, sonst schreiben Sie sie erneut an.
- Ströme zuordnen: Von SendGrid zu Postmark entscheiden Sie pro Nachrichtenart, ob sie in den Transaktions- oder den Broadcast-Strom gehört, und bauen dynamische SendGrid-Vorlagen in Postmark von Hand nach.
- Webhook-Prüfung ersetzen: Aus der Signaturprüfung wird Basic Auth plus IP-Allowlist, und umgekehrt braucht ein Empfänger für SendGrid eine Signaturprüfung.
- Doppelbetrieb: Lassen Sie beide Dienste parallel laufen, bis eine Passwort-Rücksetzung, eine Quittung und eine Bounce-Meldung durch den neuen gegangen sind.
Weitere Vergleiche im selben Umfeld: Resend gegen Postmark auf Deutsch, außerdem Brevo gegen SendGrid und SendGrid gegen Mailgun (beide englisch). Wer erst klären will, wie ein Broadcast überhaupt aufgebaut wird, liest den Leitfaden zum Versand von Broadcasts; weitere Auswahllisten stehen in der Vergleichsübersicht und im Ratgeber E-Mail-Dienste für Transaktionsmails (englisch).
Häufige Fragen
Ist Postmark teurer als SendGrid?
Bei 50.000 E-Mails im Monat ja: Postmark Basic kostet $55, SendGrid Essentials $19,95. Bei 300.000 E-Mails kehrt sich das um, mit $245 für Postmark Basic und $249 für SendGrid Pro. Bei etwa 10.000 E-Mails liegt Postmark Basic mit $15 unter dem SendGrid-Einstieg von $19,95.
Hat SendGrid einen kostenlosen Tarif?
Die Email API bietet einen Test mit 100 E-Mails am Tag für 60 Tage. Marketing Campaigns hat einen eigenen Gratis-Tarif mit bis zu 2.000 Kontakten und 6.000 E-Mails im Monat. Postmarks Gratis-Tarif erlaubt 100 E-Mails im Monat ohne Ablaufdatum.
Signiert Postmark seine Webhooks?
Nein, eine HMAC-Signatur gibt es nicht. Die Dokumentation empfiehlt Basic Authentication in der Webhook-URL, eine Allowlist der Postmark-IP-Bereiche und eine gespeicherte MessageID, damit Wiederholungen nicht doppelt verarbeitet werden.
Welcher Dienst enthält eine dedizierte IP?
SendGrid Pro und Premier enthalten eine. Bei Postmark beginnen dedizierte IPs bei $50 im Monat pro IP und sind Kunden mit mindestens 300.000 E-Mails im Monat auf Pro oder höher vorbehalten.